Gewinnspannen und Wettquoten berechnen

Schon einmal überlegt wie Wettbüros eigentlich Geld verdienen? Die spontane Antwort vieler auf diese Frage wäre wohl, dass Leute öfters auf Verlierer wetten als auf Gewinner. Nun, das zwar nicht ganz falsch allerdings ist es auch nur die halbe Wahrheit. Ein Beispiel soll verdeutlichen warum dies so ist.

Wenn man eine Münze wirft, dann liegt die Wahrscheinlichkeit für beide Seiten der Münze bei 50%. In Wettquoten ausgedrückt bedeutet eine fünfzig prozentige Gewinnwahrscheinlichkeit, dass man mittels der Formel 1/50*100 eine Wettquote von 2 erhält. Jede andere Wettquote kann man mit dieser Formel errechnen; man ersetzt einfach 50 durch die Eintrittswahrscheinlichkeit eines anderen Ereignisses. Bei einem Würfel wäre beispielsweise die richtige Wettquote für das Erscheinen der Eins genau 6 (1/16,67*100). Ein Buchmacher wird allerdings für den Würfelwurf keineswegs eine Wettquote von 6 anbieten sondern viel eher eine niedrigere (z.B. 5,80).

Der Buchmacher gewinnt immer?

Für den Buchmacher ist es primär nicht so wichtig wie oft die Kunden ihre Wetten gewinnen denn in jeder Quote die angeboten wird steckt eine Gewinnmarge. Wie hoch die Gewinnmarge ausfällt ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Für Spiele der Bundesliga liegt sie allerdings meist in einem Rahmen von sieben bis neun Prozent. Allgemein kann gesagt werden, dass die Gewinnmarge umso höher ausfällt je mehr Spielereignisse eintreten können. Deswegen wetten viele Sportwetten Profis auch gerne auf Tennisspiele, da dort nur zwei Ereignisse eintreten können und dementsprechend auch die Gewinnmarge der Wettanbieter niedriger ist als bei Fussballwetten.

Theoretisch verdienen Buchmacher also mit jedem Ereignis das sie anbieten Geld. Die Gewinnmarge wird in der Regel auf alle Quoten verteilt (z.B. 12X bei Fußballspielen) sodass am Ende, unabhängig davon wie das Ereignis endet, immer ein Plus für den Wettanbieter übrig bleibt.

So sieht es in der Praxis aus

In der Praxis stehen Wettanbieter allerdings manchmal vor dem Problem, dass sich die Einsätze auf die möglichen Spielausgänge nicht so verteilen wie es gewünscht wird.

In diesem Fall werden die Wettquoten angepasst um die gewünschte Verteilung zu erzielen. Alles in allem bleibt jedoch festzuhalten, dass man sich als Spieler immer der Tatsache bewusst sein muss, dass man gegen eine Art Hausvorteil ankämpfen muss auch langfristig im Plus zu bleiben. Dass diese Aufgabe nur von den allerwenigsten erfolgreich gemeistert wird soll der Vollständigkeit halber noch erwähnt sein.